Fit für den Job – Hauptschulen helfen jetzt mit Projekt-Klassen
Aral-Stiftung stellt die Anschubfinanzierung / Betriebe machen mit
Fünf Bochumer Hauptschulen machen ihre Schüler jetzt besonders fit für den Job.
In Projekt- oder Praktikumsklassen mit neuem Unterrichtskonzept wollen sie ab kommendem Schuljahr Wackelkandidaten für den Hauptschulabschluss auf einen glatten Übergang ins Berufsleben vorbereiten. Die Werner-von-Siemens-Schule hat schon zwei Jahre in Kooperation mit Jugendhilfe und Arbeitsamt gute Erfahrungen (80 % Versorgungsgrad mit Lehrstellen) damit gesammelt.
Weitere vier Hauptschulen können nun nachziehen - dank Anschubfinanzierung durch die Aral-Stiftung, deren Stiftungszweck ja die Bekämpfung der Jugendarbeits-losigkeit ist, wie Stiftungsvorstand Herbert Böhl gestern bei der Vertragsunter-zeichnung betonte.
Dabei genießen die Hauptschulen freie Hand: "Es gibt kein Bochumer Modell", stellt Schulamtsdirektor Fuhrmann klar, aber eben viele einzelne Projektvorschläge. Bei der Heinrich-Kämpchen-Schule werden intensive Berufswahlpraktika die Neugier auf den Arbeitsplatz wecken, die Hauptschule Preins Feld setzt auf das Orient-Express-Projekt im Eisenbahnmuseum Dahlhausen, die Albert-Schweitzer-Schule modelt einen alten Forsthof um, und die Wattenscheider Hauptschule bringt ihrer Praxisklasse die Führung eines Gartenwirtschaftsbetriebs bei.
Vier Ziele strebt die Schulaufsicht mit dem Praxisunterricht an: den Hauptschulab-schluss erreichen, Berufsfähigkeit durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen fördern, Ausbildungsplätze finden helfen und, so wünscht es sich Fuhrmann, auch eine Veränderung der Hauptschularbeit in didaktisch-methodischer und organisatorischer Sicht.
Arbeitsamt, Kreishandwerkerschaft und Betriebe im Umfeld der einzelnen Schulen wollen kooperieren. Nur ein Fragezeichen gibt es noch: Die Schulen haben noch keine Sicherheit für die Stellenanteile bei den Projekten.
