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"Aral-Stiftung fördert Unternehmergeist"

Artikel in Kästner Forum Nr. 12/Juni 2000

 

Seit Sommer 1999 hat die Bochumer Aral-Stiftung ein Projekt der Oberstufe der EKS gefördert. 1998 wurde die Aral-Stiftung anlässlich des 100jährigen Firmenjubiläums der Aral AG gegründet. Zweck der Stiftung ist es u.a., zur Berufsorientierung Jugend-licher beizutragen, deren Interessenbildung zu fördern und jeweiligen Fähigkeiten Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. So kam in einem Pilotprojekt eine Kooperation zwischen der Stiftung und der EKS zustande.

 

Dabei sollten Schülerinnen und Schüler Gelegenheit bekommen, in einer Ideenwerkstatt ihrer Aral-Projektleiterin Frau Rachel Thoma eigene Tätigkeits-vorstellungen zu entwickeln und mit finanzieller Unterstützung umzusetzen, um diese Erfahrungen dann auf spätere Berufsentscheidungen übertragen zu können. Diese Erfahrungen sollten auch Eigeninitiative und Unternehmensgeist fördern.

 

Im August 1999 fing die Ideenwerkstatt an, ohne dass jemand wusste, was dabei herauskommen würde! Manche wollten ihre Erfahrungen vertiefen; andere etwas ganz Neues probieren. Oft steckte ein lange unausgesprochenes Interesse dahinter. Außer der Idee zu Anfang war viel Eigeninitiative verlangt: Es galt, Fachberater aufzusuchen bzw. Kontakte zu knüpfen, Materialien auszusuchen und günstig zu besorgen bzw. einzukaufen, Räumlichkeiten zu organisieren, Zeitpläne einzuhalten, sich selber und das Programm im Radio zu präsentieren und immer wieder einander mit Rat und Tat und "Connections" zur Seite zu stehen.

 

Am Ende des Projekts haben einige ihr Etappenziel erreicht, andere es sogar übertroffen. Vorerfahrung spielte dabei eine große Rolle. Es gab auch Enttäuschte, weil nicht alles innerhalb eines solchen gemeinnützigen Programms (wie z.B. die Bildung privaten Eigentums) gefördert werden konnte. Auch manche Idee war infrage gestellt worden, weil sie nicht auf persönlichem Interesse beruhte. Aber lassen wir an dieser Stelle einzelne selbst über ihr Vorhaben berichten.

 

Nurah:

Grund dafür, dass ich mich bei dem Projekt der Aral-Stiftung beworben habe, war, dass ich mich schon immer für Probleme der Obdachlosen interessiert habe. Auf dieses Thema aufmerksam zu machen, war bereits seit längerem mein Wunsch. Um dies umzusetzen, habe ich mich für das Fotografieren entschieden. Dies war nicht gerade einfach, da viele Obdachlose sich ihrer Situation schämen und daher einiges an Überredungskunst nötig ist, um sie fotografieren zu dürfen.

Dennoch ist es ein interessantes Thema, mit dem ich mich auch in Zukunft beschäftigen möchte.

 

Dennis:

Ich kenne mich gut mit Computern aus. Deshalb wollte ich irgendetwas mit Computern machen, nur was, wusste ich noch nicht. Nach langen Überlegungen erkundigte ich mich an der Uni nach einem Praktikumsplatz, den ich auch sofort bekam. Ich programmierte ein 3D-Steuerprogramm für einen Roboterarm. Mir hat das Praktikum gut gefallen, und deshalb überlege ich jetzt, ob ist statt des 13. Schuljahres ein Jahrespraktikum machen soll.

 

Hanna:

Hallo, ich heiße Hanna, und mein Problem war, dass ich selbständig Bekleidung entwerfen wollte. Am Anfang hatte ich tolle Ideen, die ich aber im Laufe der Zeit nicht verwirklichen konnte, weil ich sehr wenig Zeit hatte. Deshalb hat mir mein Projekt auch kaum Spaß gemacht. Mein Interesse lag auch nicht bei der Selbstherstellung eigener "Klamotten", sondern eher bei der Regelung organisatorischer Fragen.

 

Viola:

Mein ursprünglicher Plan war es, Tieren zu helfen, indem ich ehrenamtlich im Tierheim arbeite. Nachdem ich dort einmal geholfen hatte, teilte mir der Tierheimleiter mit, er brauche keine zusätzlichen Helfer mehr. Dann wusste ich erst mal gar nicht, was ich machen sollte. Meine Freundin Nurah nahm mich in ihr Projekt auf. Jetzt beschäftigen wir uns mit der Thematik "Obdachlose", da wir möchten, dass noch mehr Leute darauf aufmerksam werden, wie schlecht es einigen Bewohnern unserer Stadt geht.

 

Katrin:

Ich hatte nach längerem Überlegen - ob Musik oder Graffiti - mich für Graffiti entschieden, weil mich diese Art von Kunst schon länger interessiert. Aber sowohl Graffiti als auch Musik sind kostspielige Hobbys, darum fiel mir die Entscheidung doch sehr schwer. Ich bin aber sehr glücklich, dass ich wenigstens eines der beiden ausprobieren durfte. Ich werde auch versuchen, es weiter zu finanzieren.

 

 

Spannend ist es, dass die Ideenwerkstatt der Anfang eines Prozesses geworden ist: Ob Nurah weiter fotografiert und was sie innerhalb ihres Praktikums bei einer Stiftung schafft, liegt bei ihr... Was aus Dennis' Nebenjob an der Uni wird, ist seine Sache, und ob er eine Homepage für eine Band macht, ist auch offen... Ob Hanna jemals eine Modekollektion eigenhändig gestaltet, die Anfänge sind da... Ob Viola eines Tages in den Gelben Seiten unter Hundeservice steht, wer weiß...? Ob Katrin ihre Graffitikenntnisse in der Jugendarbeit, im Werbebereich oder in der Raumgestaltung anwendet...? Man kann sich fragen: "Wenn ich dabei gewesen wäre, was hätte ich angefangen?"

 

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